Montag, 01.06.2026 – ab 17:00 Uhr in der Stadtbücherei Hagen.
Buchtitel:
Handeln – nicht behandelt werden!
Wenn der Soziologieprofessor Hartmut Rosa ein Buch mit dem Titel „Situation und Konstellation“ schreibt, könnte man darin durchaus langatmig ausgedehnte Theorieentfaltungen vermuten. Das Gegenteil ist der Fall. Der Untertitel „Vom Verschwinden der Spielräume“ zeigt die Perspektive des Buches.
„Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter unseres Handelns. Insbesondere im Berufsleben, aber zunehmend auch in der Freizeit zeichnen uns Richtlinien und Formulare, Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor.“
An einer Fülle konkreter Beispiele argumentiert der Autor, „dass an die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen tritt, mit denen wir tagein, tagaus hantieren“, und plädiert eindringlich für die Rückeroberung von Ermessensspielräumen sowie gesellschaftlicher und politischer Handlungsfähigkeit.
„Das Buch“, so ein Rezensent, „verbindet alltagsnahe Beispiele mit großer Gesellschaftstheorie und spricht Leserinnen und Leser an, die die technokratische Gegenwart nicht länger nur ‚VOLLZIEHEN‘, sondern wieder ‚GESTALTEN‘ wollen.“
Raum und Mut zur aktiven Gestaltung!
Darüber wollen wir diskutieren – und denken dabei auch an die Verhältnisse in unserer Hagener Stadtgesellschaft.
Dr. Ulf Schimmel wird – unterstützt von Dr. Marianne Groten – das Buch vorstellen. Es braucht, wie immer, von den Teilnehmenden vorab nicht gelesen zu werden!